Trump – der Mann von vorgestern

Die USA sind nach wie vor der Weltmeister der Klimaschädigung. Jeder US-Amerikaner „bläst“ 16,9 Tonnen CO2 pro Jahr (2015) in die Atmosphäre und sorgt massiv für ihre Kohlendioxyd-Anreicherung, die wohl dominante Ursache für die Klimaerwärmung. Die Chinesen übertreffen die USA in Summe zwar ums Doppelte, aber jeder Chinese verursacht weniger als die Hälfte eines US-Amerikaners, nämlich rund 7 Tonnen (2015). Deutschland – an 6. Stelle der CO2 Erzeuger – ist mit 9,5 Tonnen pro Einwohner (2015) auch ein stattlicher Klimasünder, auch wenn die Gesamtmenge nur ein Bruchteil der beiden Vorgenannten ist: USA schädigt das Klima im Vergleich zu Deutschland um das 6,7 -fache, China fast um das 13-fache! Wer als Deutscher nun meint, er könne sich auf die Schulter klopfen, irrt. Deutschland war bis zum Jahr 2013 auf einem guten Weg der Minimierung des CO2-Ausstoßes: von 1970 in 43 Jahren um rund 300 Millionen Tonnen, fast 30 Prozent, auf 759 Tonnen, doch seitdem wachsen unsere CO2-Emissionen wieder kräftig: um fast 30 Millionen Tonnen auf 798 Millionen (Jahr 2015) – und auch das Jahr 2016 wird wohl eine Zunahme verzeichnen.

America first?
Donald Trump hat seinen Landsleuten vielerlei versprochen, ganz typisch für Populisten. Und  gedroht hat er der Welt, nicht nur dem Nachbar Mexiko mit „America first“ und – so auf seiner Pressekonferenz am 11. Januar 2017 – er sei für die USA „der größte Job-Schaffer Gottes“. Damit postulierte er die Befeuerung der US-Produktion und den Weltmachtanspruch der USA: andere haben sich unterzuordnen. „America first“, also der Anspruch, US-Interessen hätten Vorrang vor anderen, ist in der US-Politik nicht neu. In den letzten 60 Jahren verursachte diese Einstellung der US-Politik in vielen Teilen der Welt Unglück, Kriege und Rebellionen mit Millionen Toten und noch mehr Alltagsleid: Nicht wenige Länder Afrikas und Südostasiens, aber auch Indien und der südlich der USA beginnende Teil des amerikanischen Kontinents leiden bis heute darunter. Unter Trump, so scheint es, ist künftig für viele Länder keine Besserung zu erwarten, eher wohl eine Verschärfung. Trumps Denke mag’s nicht kompliziert: wer nicht für ihn ist, ist gegen ihn – wer ihm keine Vorteile gönnt, ist sein Feind.

In Trumps Weltbild – CO2-Emissionen des Menschen sind winzig (aber die Wirkungen sind gewaltig!) –  passt das Thema Klimaerwärmung durch von Menschen verursachte CO2-Emission (fossile Rohstoffe verbrennen, Baustoffe erzeugen, Landwirtschaft industriell betreiben, entwalden) ganz und gar nicht. Ebenso ignoriert er, dass die US-Amerikaner einen Lebensstil pflegen, der eigentlich drei Planeten wie unsere Erde benötigt, wollten alle restlichen 7 Milliarden Menschen so verschwenderisch leben. Schon heute sind der Hunger und die Mangelernährung von Milliarden Menschen ebenso wie die Vernichtung der Artenvielfalt, die Zerstörung der Landschaften und die Erwärmung der Meere eine Folge der Ausbreitung hemmungsloser Selbstsucht, genannt globalisierte Marktwirtschaft. Sie ist eine Erfindung des von den USA angeführten „entwickeltem“ Westen, zu dem Westeuropa gehört – und damit auch wir. Gelingt es Trump nun Arbeitsplätze in seinem Land schaffen, und er möchte dies sicherlich auf die Schnelle, wird er die CO2-Emissionen der USA weiter erhöhen. Die der übrigen Länder werden deswegen wohl kaum weniger. Trump sorgt so für noch mehr Leid rund um den Globus zugunsten eines überzogenen Lebensstils seiner Landsleute. Trump ist deshalb kein Staatslenker von heute, sondern einer von vorgestern. Das Schlimme ist, was er anrichtet, muss er nicht ausbaden. Ausbaden müssen es die Weltgemeinschaft der Menschen, die Tiere und unsere gemeinsamen Lebensgrundlagen.

Hans-Werner Bunz

Foto: Trockenes Afrika © Micheal Geier 

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