Mit Messer & Gabel die Welt retten

Teil 1

Das Dogma des grenzenlosen wirtschaftlichen Wachstums und der Technologie-Enthusiasmus hat den Industriegesellschaften ungeahnten Wohlstand gebracht. Aus den Fugen geriet jedoch die Welt. Das rief Gegenströmungen auf den Plan. Slow Food ist eine davon – vielleicht sogar die wirkungsvollste.

Als im Jahr 1972 das Buch „Die Grenzen des Wachstums“ erschien, wankte in der industrialisierten Welt buchstäblich das Fundament des so solid geglaubten Wachstum-Luftschlosses. Den optimistischen Grundtenor der Nachkriegsjahre, wirtschaftliches und technologisches Wachstum sei grenzenlos, erschütterte der 1968 gegründete Club of Rome, eine Versammlung von Wissenschaftlern, Ökonomen, Industriellen, Diplomaten und anderen Personen des öffentlichen Lebens, mit dieser wissenschaftlich begründeten Prognostik zutiefst .

Gegen diesen Glauben und die daraus abgeleiteten Utopien der technischen Wunderwelt von morgen wehrte sich schon einige Jahre zuvor der französisch-amerikanische Mikrobiologe und Pathologe René Dubos mit seinem – Pulitzer-Preis ausgezeichneten – Buch „So Human an Animal“ (erschienen 1969), dessen deutscher Titel „Der entfesselte Fortschritt“ (1970,Gustav Lübbe Verlag, 1973 auch als Taschenbuch, König Verlag, München), die Problematik beim Namen nannte. Der technisierten Moderne warf Dubos die Verhässlichung unserer unmittelbaren Umwelt vor – die menschenfeindlichen Urbanitäten, die massiven Zerstörungen der Natur, die Dezivilisierung der westlichen Industriegesellschaften – sowie die Vergeudung von Naturprodukten und die Unterjochung des Menschen und der Natur unter das Diktat des so genannten technischen Fortschritts, der wiederum nur unter dem Diktat finanzieller Geldvermehrung stehe (gut ist, was reicher macht). Die moderne Welt, so Dubos, sei, trotz der offensichtlichen Fähigkeiten des Menschen sich überall anzupassen, zutiefst menschenfeindlich. Denn in seinen Anlagen und Genen sei der Mensch nach wie vor ein Mensch der frühen Steinzeit. Eine Anpassung in wenigen Generationen an die Welt einer entfesselten Technik wäre ihm nicht möglich.

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