Kleckern statt klotzen

Bescheidenheit hat Zukunft

Die jüngsten Zahlen sind schlimmer als befürchtet: Wir – und das sind vor allem wir Bürger der Industrienationen – haben bereits den größten Teil der Ressourcen unseres Planeten verbraucht. Bei den meisten Rohstoffen ist der „Peak“, der Gipfel der Vorräte, überschritten. Die EU schätzt, dass bei weiter im gleichen Tempo anhaltendem Verbrauch bis 2050 ein Äquivalent von mehr als zwei Planeten notwendig wären. Fatal dabei: es gibt nur den einen, unseren. Mit anderen Worten: Wir müssen lernen, uns zu bescheiden. Je schneller, desto besser für unsere Kinder und Enkel, die das Jahr 2050 erleben werden, gar nicht wenige als Greis, aber ganz viele im mittleren Alter. Denn schon heute sind viele Ressourcen so weit aufgebraucht, dass immer waghalsigere und immer teurere Förderungsmethoden notwendig werden und so die Rohstoffe verteuern. Die angewendeten Methoden schädigen zudem die Umwelt in einem nie gekannten Maße. Die Situation verschärft sich rasant durch die stürmische Entwicklung der industriellen Schwellenländer. Wie sehr China bereits aufgeholt hat, zeigt sich im CO2 Ausstoß: es überholte in der Summe längst den Westen, erzeugt doch jeder Chinese 7 Tonnen davon pro Jahr, ein Deutscher 10, ein Inder bisher nur 1,2 Tonnen!(1)

Vernichtung von Ressourcen und Landschaft
Das Wegsprengen ganzer Berge, um im Tagebau Kohle abzubauen und den Schutt in die Täler zu füllen, ist in den USA längst Alltag. Dass dabei irreversibel ganze Landschaften und Ökosysteme zerstört werden, wird hingenommen. Auch bei uns. Der weltweit größte Kohletagebau nahe Köln zerstörte bereits eine Fläche von 30 qkm – doch es sollen 85 qkm werden! Unvorstellbar dabei ist der jährlich anfallende Abraum: 250 bis 300 Millionen (!) Tonnen um 40 Millionen Tonnen Kohle zu gewinnen für die Verstromung(2), bei der eine gewaltige Menge Klima schädigendes CO2 entsteht – pro kWh das 20- bis 100-fache von Wind- und Wasserenergie.(3) Diese Landschaftsvernichtung und Klimaschädigung wird mit Steuergeld gefördert. Zukunft gestalten sieht anders aus.

Schon seit Jahren ist der Rohstoffverbrauch viel höher als neue Rohstoffquellen erbringen. Die Erschöpfung der Vorräte unserer Erde und die ins Unvorstellbare wachsenden Abraummengen soll als pars pro toto das Beispiel Kupfer(4) illustrieren: Laut USGS – United States Geological Survey – verringerten sich die Kupfer-Erzgehalte des Gesteins in den US-amerikanischen Lagerstätten von 10 bis 20 Prozent im Jahr 1850 auf magere 0,2 bis 0,5 Prozent. Und auch im immer noch weltweit führenden Kupferland Chile schrumpfte der durchschnittliche Erzgehalt dramatisch, in vielen Minen bereits auf unter 0,8 Prozent.(5)

Weniger ist mehr
Schon heute gibt es – insbesondere bei jungen Großstädtern – viele, die sich bescheiden. Sie verzichten auf protzige Statussymbole, gärtnern, kochen, nähen selber, reisen mit dem Fahrrad statt mit dem Flugzeug, nutzen Car Sharing und öffentliche Transportmittel statt eines eigenen Autos, schätzen Ererbtes vom Porzellan bis zum Mobiliar, verlangen nach reparierbaren Produkten, achten beim Kauf auf lange Haltbarkeit. Mehr selber machen plus lieber wenig haben und dafür Gutes, ist ihr Motto. Mit diesem verbrauchsreduzierenden Lebensstil können sie der Zukunft etwas gelassener entgegen sehen.

Unser Planet ist endlich, also ist nichts darauf unendlich.

1) Sven Plöger, Main-Post Nr. 265-2013, 2) Ugo Bardi, Der geplünderte
Planet, Oekom Verlag, München, S. 22, 3) de.wikipedia.
org/wiki/Kohlekraftwerk 4) dgl. S.136, 5) dgl. S. 137

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