Gekaufte Wissenschaft

Sie haben uns umzingelt, die Scheinheiligen in der ehrwürdigen Maske des Professors – zumindest auf dem Gebiete der Ernährung. Trau, schau wem – ein Wort, das heute in diesem Bereich (nur in diesem Bereich?) mehr als berechtigt ist. Betrachtet man die Welt der Ernährungswissenschaftler, so sieht es ganz so aus, als ob zumindest die renommiertesten gänzlich der Industrie verfallen sind.

Die Kritik an den akademischen Ernährungsexperten hat Tradition. Fraglich ist sowieso, ob man bei ihnen überhaupt von Wissenschaftlern reden kann. Denn schon immer haben sie sich angemaßt, zu erklären, was gesunde Nahrung sei. Allerdings ohne wissenschaftlichen Beweis. Udo Pollmer und Hans-Ulrich Grimm, um nur zwei der bekanntesten Kritiker zu nennen, entlarven seit mindestens 15 Jahren die Lügen der Nahrungsmittelindustrie und ihrer professoralen Protagonisten. Seit in den letzten zehn Jahren begonnen wurde, die aus der Luft gegriffenen Thesen über gesunde Ernährung wirklich wissenschaftlich zu untersuchen, kamen selbst Ökotrophologen nicht umhin, einzusehen, dass sie Unsinn verzapft hatten. Auch das Zunftmitglied Katrin Burger, im wirklichen Leben Journalistin, stellte ihre „wissenschaftlichen“ Kollegen geradezu bloß in ihrem 2008 erschienen Buch „Die Vollkornlüge und andere Ernährungsmärchen“.

Niederschmetternd freilich ist, was Hans-Ulrich Grimm in seinem jüngsten Buch „Vor Verzehr wird gewarnt“ dokumentiert: Viele der angesehensten Ernährungswissenschaftler, Mitglieder der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung), die auch die Bundesregierung beraten und einen großen Einfluss haben, singen das Lob der Lebensmittelindustrie, sitzen in von ihr finanzierten PR-Vereinen, und sind sich nicht zu schade für die öffentliche Unterstützung obskurster Produkte wie z.B. Glutamat. Laut Grimm empfahl „der spätere Präsident Professor Peter Stehle, Universität Bonn, mit dem Hohenheimer Professor Hans Konrad Biesalski: Selbst ein Pfund Glutamat am Tag sei unbedenklich.“ Erschütternd ist, wie sich diese Professoren einspannen lassen für die unbewiesenen Behauptungen der Industrie beim so genannten Functional Food, auf Deutsch Gesundheitsnahrung. Es kümmert sie offensichtlich nicht, dass es inzwischen viele, nun aber wirklich wissenschaftliche Belege gibt, die a) belegen, dass die Gesundheitsversprechen Makulatur sind und b) oftmals gar eher das Gegenteil erzielen.

Nur 5 Prozent unabhängige Gentechforscher
Noch schlimmer scheint die Situation im Bereich der Grünen Gentechnik zu sein. Denn hier ist die Nahrung an sich im Visier und nicht „nur“ Nahrungszusätze. Es scheint – so der norwegische Wissenschaftler Terje Traavik – dass 95 Prozent der Forscher im Bereich Gentechnik der Industrie verpflichtet sind. Kein Wunder also, dass sie nach dem Motto handeln „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“. Denn sie wissen, was ihnen geschieht, wenn sie sich nicht wunschkonform verhalten.

Ein erschütterndes Beispiel dazu zeigte am Mittwoch, 2. Mai 2012, ab 23 Uhr, das Bayerische Fernsehen mit dem Film „Gekaufte Wahrheit – Gentechnik im Magnetfeld des Geldes“. Er erzählt die Geschichte zweier unabhängiger Forscher, Árpád Pusztai, weltberühmter Professor für Mikrobiologie in Schottland, und Dr. Ignacio Chapela, Biologe in Kalifornien. Als beide sich öffentlich kritisch über die grüne Gentechnik ausließen, ersterer in einem kurzen Interview im britischen Fernsehen (1998) und letzterer in einem Artikel für das amerikanischen Wissenschaftsmagazin NATURE (2001), bekamen sie sofort die ganze Macht dieser Biotech- und Pharmazie-Firmen zu spüren, die selbst Regierungen kuschen lässt.

Schon Stunden nach der Sendung erhielt Pusztai, offenbar auf Druck höchster Stellen der Politik, praktisch ein Berufsverbot und durfte sich nicht mehr zu seinen Forschungen äußern. Und erstmalig in seiner Geschichte zog NATURE einen Artikel, den von Chapela, zurück. Auch er verlor seine Lehrberechtigung, wurde ebenfalls gekündigt und praktisch mundtot gemacht. Dahinter steckte der amerikanische Chemie- und Saatgut Multi Monsanto. Mit Verleumdungen hatte er dafür gesorgt, dass die fast ausgelieferte NATURE-Ausgabe zurückgezogen wurde, wie Guardian-Journalisten herausfanden.

Was hatten Pusztai und Chapela herausgefunden? Dr. Pusztai bewies, dass Genfood gesundheitschädlich ist: bei Ratten erzeugte es beachtliche Organveränderungen und Immunschäden. Dr. Chapela bewies anhand von Funden in gesetzlich geschützten Urmaisfeldern Mexikos, dass es keine natürliche Koexistenz von GVO-Produkten und natürlichen Produkten gibt.

Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Studien, die beweisen, dass gentechnisch verändertes Futter Säugetiere (auch der Mensch ist eines) krank macht, Säuglingssterblichkeit drastisch erhöht, Fortpflanzung behindert. Aber unverändert wird dies von den zuständigen Behörden wie z.B. die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA ignoriert oder bagatellisiert.

Hans-Werner Bunz

Siehe auch http://www.gekauftewahrheit.de

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