Städter fördern Bauern: SoLaWi

SoLaWi bedeutet Solidarische Landwirtschaft. Im Prinzip das Gleiche, wenngleich im größeren Maßstab, ist auch die Genussgemeinschaft Städter und Bauern, maßgeblich initiiert von Münchner Slow Food Mitgliedern. Um was geht es? Im Grunde um Viererlei: 1. Ausschalten der weltweit agierenden Handelsorganisationen, 2. Fördern einer nachhaltig – also natur- und klimaschonend – arbeitenden, bäuerlichen Landwirtschaft, 3. Nicht ein Produkt steht im Mittelpunkt, sondern die bäuerliche Gesamtleistung. 4. Fördern der regionalen Natur- und Kulturlandschaft.

Konkret ist Solidarische Landwirtschaft ein Zusammenschluss landwirtschaftlicher Betriebe oder Gärtnereien mit einer Gruppe privater Haushalte. Zusammen sind sie eine die natürliche Mitwelt und die Bedürfnisse aller Beteiligten berücksichtigende Wirtschaftsgemeinschaft. Die Erzeuger sind aufgrund des gesicherten Abnehmerkreises unabhängig von Marktzwängen. Sie können sich deshalb ganz einer guten landwirtschaftlichen Praxis widmen und den Boden fruchtbar erhalten, dabei auch bedarfsorientiert wirtschaften. Kern des Ganzen ist die garantierte Abnahme aller Erzeugnisse durch die Mitglieder. Hinzu kommt Vorfinanzierung von allem, was zum Erzeugen gebraucht wird. Gemeinsam teilt man alle Risiken, alle Kosten, die Verantwortung und die Ernte.

Dieses Konzept hat Charme. Und Zukunft. Inzwischen gibt es in Deutschland 206 Solawis, praktisch in allen Regionen Deutschlands, im Osten genauso wie im Norden, Westen und Süden. Und rund 100 weitere Initiativen stehen bundesweit in den „Startlöchern“ und hoffen darauf, 2019 sich zu etablieren. Diese Graswurzel-Gemeinschaften beweisen: immer mehr Menschen wollen wirklich wissen, woher ihre Lebensmittel kommen. Und sie wollen sicher sein, dass ihr Essen umwelt- und klimaschonend erzeugt ist. Auch wollen sie wahrhaft frische Produkte genießen, entstanden in der Nähe – nur wenige Kilometer zwischen Herd und Ursprungsort. Sie gönnen den Erzeugern den gerechten Anteil nicht nur, sie bestehen sogar darauf. Also ganz das Gegenteil der Diskounter und Supermarktketten, die, um selbst noch Geld zu verdienen bei ihrem Superbillig-Angebot, dem Erzeuger – wenn überhaupt – nur wenig gönnen. Foto: HW Bunz


 

Werbeanzeigen

Mitwelt statt Umwelt

Was für ein Unterschied! In meinem Duden ist Mitwelt alleinstehend! Bei Umwelt hingegen weist mein Duden 6 Stichwörter aus plus 16 ergänzende Suchwörter mit „umwelt…“ oder „Umwelt…“. Wörter mit „mit“ drücken immer Gemeinschaft aus, Wörter mit „um“ niemals. Um-Wörter beschreiben etwas: umschreiben, umbiegen, Umgebung usw. Sagen wir Umwelt, beschreiben wir unsere Kulissen, die Welt um uns herum – sind wir doch die Hauptakteure, auf uns kommt es an! Wir bestimmen, wie das aussehen soll, was damit gemacht wird, was nützlich ist, was nicht.

Bezeichnen wir unsere Umwelt hingegen als Mitwelt, dann begreifen wir uns als ein Teil dieser Welt. Dann würden wir mitleiden, wenn wir sie mit unserem Tun malträtierten. Die meisten von uns würden den Frevel sich nicht durchgehen lassen, hätten Schuldgefühle, würden Besserung geloben und vermutlich auch so handeln.

Dem Baum, dem Wirsing, dem Schwein, dem Wurm, dem Fisch, dem Vogel usw. sind wir Mitbewohner unseres gemeinsamen Erdballs. Viele Urvölker – auch heute noch existente – sehen das auch so. Wir freilich sehen alles als Zweck für uns. Diese Einstellung hat gigantisch Tod und Verderben gebracht: an Menschen, an Tieren jeglicher Art bis zum buchstäblichen Aussterben, auch an Pflanzen, die nur noch vereinzelt in Samenbanken bewahrt werden. Wir verpesten die Luft, wir töten die Böden, die Meere.

Es ist höchste Zeit, unsere Sicht zu ändern und das uns Umgebende als Mitwelt zu sehen, diese zu respektieren und mitzuwirken an einem gedeihlichen Miteinander – nicht irgendwer: ich, du, wir, jeder einzelne von uns.


Wir gehören der Erde – nicht umgekehrt!

Die Spezies Mensch ist ein Produkt unseres Globus, der Erde. Somit sind wir Kinder der Erde. Wir sind gut geraten, aber inzwischen sind wir wie böse Buben: Wir machen alles kaputt.

Yves Charles Zarka, Philosophie-Professor an der Pariser Université Sorbonne – Université Descartes, war wohl der erste, der „Wir gehören der Erde, nicht die Erde gehört uns“ im Jahr 2015 öffentlich verkündete. Er forderte gar ein Verändern der Menschenrechte: Der Mensch habe keine Besitzrechte an der Erde. Und deshalb müsse jeder Mensch bei seinem Handeln dessen Auswirkungen auf die ganze Welt im Blick haben. Niemand, weder Kollektive noch Individuen, habe ein absolutes Recht auf Teile der Erde. Vielmehr sei vorrangig die Sicherung der Erde, ihrer Landmassen und Ozeane, für die Existenz der heutigen und der kommenden Generationen.

Der Gedanke ist eigentlich naheliegend – und doch so fern für uns Menschen heute. Wer ein Haus hat, wer ein Feld, wer einen See – ihm gehört der Boden auf dem das Haus steht, das Feld liegt, der See gründet: Theoretisch in der Tiefe unbegrenzt. Freilich hat niemand ein Recht, Stollen einige hundert Meter drunter zu verhindern, wenn besispielsweise ein Kohle-Flöz oder anderes Wertvolles entdeckt wird. Und deshalb kann auch ein Bauer auf seinem Feld Gülle und andere Dünger ausbringen, Beliebiges einsäen und mit Pestiziden das Gewachsene schützen – und dabei buchstäblich die Erde, die fruchtbare Krume beschädigen. Doch er ist nicht der einzige, der das kann. Unsere vielfältigen menschlichen Aktivitäten beschädigen den Boden, die fruchtbare Krume, die Gewässer, Meere, ja, auch die Atemluft und die Klimata durch ungefilterte Abgase, belastete Abwässer, ungewollte Schadstoffaustritte, illegale Müllentsorgung, Pflanzenschutzmittel, Klärschlamm und anderes. Sie alle beschädigen und töten Bodenlebewesen, Insekten, Vögel, Amphibien, Fische, Säugetiere, Pflanzenhabitate. Und – mittelbar – auch Menschen.

Der Mensch, also jeder von uns, so Yves Charles Zarka, muss deshalb in seinem Handeln die Verantwortung für die gesamte Menschheit übernehmen, sich als Bürger der Welt sehen – nicht eines wie auch immer gearteten Kollektivs. Was bedeutet, dass man die Auswirkungen des eigenen Handelns auf das Ganze, also die ganze Welt, im Blick haben müsse. Zarkas Idee ist bestechend. Doch es gelang nicht, sie in die Menschenrechte der Vereinten Nationen (1948 entstanden) aufzunehmen: Man schreckte wohl vor den sich daraus absehbaren Konsequenzen zurück. Dennoch ist der Gedanke Zarkas universell: Alle Menschen – egal wo – hängen von der Erde ab. Die Erde, unser Globus ist nicht nur der Ernährer, er ist die Voraussetzung unserer Existenz. Ohne unsere Erde gäbe es uns nicht. Ohne die Erde hätten wir nicht, was wir haben. Deshalb sollten wir unseren Egoismus zähmen und Verantwortung übernehmen, was durchaus auch Verzicht sein kann.

Wäre es also nicht ein guter Gedanke, sich bei unserem Tun immer wieder bewusst zu machen, welche Auswirkungen es hat – auf die Welt? Denn: Mit dem Schmetterlingseffekt*, der bei Systemen auftritt, die ein irregulär erscheinendes chaotischen Verhalten zeigen und dennoch den Regeln eines dynamischen Systems folgen, können beliebig kleine Unterschiede in den Anfangsbedingungen im Laufe der Zeit zu starken Unterschieden im System führen.

*) Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen? (Edward N. Lorenz); Foto: © Michael Geier

Achtsamkeit – auch ein Wort für Slow Food

Hektisch ist heute alles. Deshalb die große Sehnsucht nach Entschleunigung. Weltfluchtmagazine gibt es bereits, eines heißt sogar „Emotion Slow“. Entschleunigen ist die Methode, Achtsamkeit der Gewinn daraus: „Achtsamkeit ist eine Qualität des menschlichen Bewusstseins, eine besondere Form von Aufmerksamkeit. Es handelt sich dabei um einen klaren Bewusstseinszustand, der es erlaubt, jede innere und äußere Erfahrung im gegenwärtigen Moment vorurteilsfrei zu registrieren und zuzulassen“, definiert das DFME Deutsches Fachzentrum für Achtsamkeit. „Je bewusster wir unserer Handlungen werden, desto achtsamer werden wir“, sagt Jochen Auer, Leiter der Kreativtherapie, Heiligenfeld Parkklinik, Bad Kissingen1. Und im Grunde ist das auch die Idee, die hinter Slow Food steht.

Übertragen wir es in unseren Alltag, z.B. beim Einkaufen von Lebensmitteln. Da rennt man mal schnell zum Supermarkt, zum Diskounter und kauft möglichst alles da ein, oft viel Fertiges und möglichst günstig. Nichts gegen das frische Obst und Gemüse, die Flasche Milch, den Becher Joghurt, das tiefgefrorene rohe Fischfilet. Aber doch etwas gegen die fertigen Pommes, die Pizza zum Aufbacken, die H-Milch im plastifizierten Karton, den Joghurt mit Fruchtgeschmack, das fertige Fischfilet in Knusperhülle.  Ja, wer so einkauft spart Zeit, aber wofür?

Mal ehrlich: Befriedigt der „Tatort“, die Liebesschnulze, die Rätselsendung so sehr, dass man dafür statt sich etwas frisch zu kochen lieber Fake-Produkte isst, aufgepeppt mit allerlei technisch gewonnenen mysteriösen Zusätzen, damit sie halbwegs irgendwie schmecken? Bedenke: Was du isst (und trinkst), wird ein Teil von dir! Gehen wir also achtsam mit uns um – und entschleunigen uns! Da gewinnen wir viel, sogar nicht nur für uns selbst: Statt zum anonymen Supermarkt gehen wir zum selbst backenden Bäcker, der uns sagen kann, wo das Mehl herkommt und wie er das Brot, die Brötchen, Wecken, Brezeln, Seelen macht und warum diese anders schmecken. Gehen wir zum Metzger, der uns sagen kann, woher die Schweine kommen, woher das Kalb, das Rind, wie sie gehalten wurden und wo er schlachten lässt, weil er nicht selber schlachtet. Und auch, was bei ihm ohne Geschmacksverstärker ist. Und wenn es einen Wochen-, einen Bauernmarkt gibt: Von den Erzeugern aus der Umgebung erfahren Sie, was wie schmeckt, was wie erzeugt wurde, was zu beachten ist, wie man’s garen soll.

So wächst das eigene Wissen, aber auch das eigene Wohlbefinden. Und auch das Selbstgekochte bringt Gewinn: Das Lob der Esser, mehr handwerkliche Fertigkeit und Verfeinerung der Sinne. Und dann ist es nur noch ein kleiner Schritt zum Erkunden der wirklich guten Produkte: Jene, die sehr gut schmecken, die sauber sind, also natur- und klimaschonend erzeugt und frei von künstlichen Zusatzstoffen, und auch dem Erzeuger den gerechten Anteil geben. Eigentlich ist es leicht, auf diese Weise die Welt selbst ein bisschen besser zu machen und zugleich sich zu entschleunigen: achtsamer mit sich zu werden.

Foto (© Helga Bunz): Selbstgekochtes: Gebratenes Sauerkraut mit Schweinefleisch, Orangenschnitz, geröstetem Brot und Schmand

1) Zitat aus Mainpost Nr. 188, 17.08.2018

Sommerzeit – Zeit für gute Marmeladen

Neudeutsch müsste es eigentlich heißen: Sommerzeit – Zeit für gute Brotaufstriche aus Früchten. Ich bleibe bei Marmelade. So kenne ich diese köstlichen, mit nicht zuwenig Zucker gekochten Früchte, abgefüllt in einem Glas, seit meiner Jugend. Namensgeber für Marmelade ist laut Wikipedia das portugisische Wort marmelo = Quitte. Dass heutzutage nach EU-Vorschrift nur mit Zucker eingekochte Zitrusfrüchte Marmelade heißen dürfen, ist auch unlogisch: Quitten sind keine Zitrusfrüchte, sondern ein Kernobstgewächs innerhalb der Rosengewächse-Familie.

Wie auch immer: Ich liebe nur reinsortige Marmeladen, also nur aus einer Frucht, aber mit Stückchen. Weshalb meine Marmelade laut EU kein Fruchtaufstrich ist, sondern eine Konfitüre. Ich nenne sie trotzdem Marmelade. Es ist meine Frau, die diese wirklich köstlichen Marmeladen kocht. Und was macht diese so köstlich? Eigentlich wie immer bei Lebensmitteln: Nimm nur Bestes, was auch in diesem Falle heißt: 1. Wirklich reife Früchte (wenn möglich Bio) mit schönem Aroma und einwandfreiem Äußeren; es lohnt, zuvor mindestens eine Frucht zu verkosten, natürlich gut gewaschen und abgetrocknet. 2. Ausreichend Zucker nehmen: 900 g auf 1 Kilo Frucht (kommen Sie mir bloß nicht, das sei ungesund: Sie essen doch nicht gleich 500 g davon – und das jeden Tag! Oder?); nehmen Sie möglichst „Einmachzucker“ (das ist reiner weißer Zucker mit gröberem Korn), jedoch auf keinen Fall „Gelierzucker“; denn da ist künstliche Zitronensäure drin. 3. Dem Zucker fügen Sie das geschmacksneutrale, aus Algen gewonnene Verdickungsmittel Agar Agar nach Liste bei (je nach Fruchtsorte unterschiedliche Menge) und rühren beides unter die Früchte. 4. Alles unter gelegentlichem Rühren aufkochen und 2 Minuten durchkochen. 5. Gebe – je nach Frucht und Geschmack – ein wenig frisch gepressten Zitronensaft dazu.  6. Den aufsteigenden Schaum abschöpfen. 7. Am Ende der Kochzeit ein kleines Glas feinen Edelbrand (ca. 50 – 70 ml auf die obige Menge) von derselben Frucht zugießen, gut umrühren und sofort in die zuvor gut gespülten, abgetropften Gläser bis zum Rand einfüllen, Deckel drauf und festziehen, das Glas stürzen und auf dem Deckel eine Weile ruhen lassen. 8. Das Glas, in diesem Falle dann die Gläser, umdrehen, äußerlich säubern und – mit beschriftetem Etikett – im Keller oder in einer dunklen Ecke der Vorratskammer verstauen.

Widerstehen Sie irgendwelchen Kompositionen. Sie gelingen seltenst. Und erst recht ein Graus ist die Vielfrucht-Marmelade. Und fangen Sie ja nicht an, mit Gewürzen den Geschmack der Früchte zu maltraitiren. Statt mit falscher Kreativität widmen Sie sich besser dem Finden vorzüglicher Früchte. Da haben Sie, Ihre Familie, Ihre Gäste und Freunde mehr davon. Denn üblicherweise sind solche Eigenkreationen nichts weiter als Wichtigtuerei und verraten schlechten Geschmack. Statt Mischmasch genießen Sie den feinen, aromatischen Geschmack der jeweiligen Frucht: Was für Unterschiede in den Aromen, im Mundgefühl und den Strukturen, wenn Sie ein, zwei oder gar drei Marmeladen zum Frühstück oder zum Nachmittagskaffee genießen – das ist Genießerglück!

Foto: Vermutlich Goldrenette Römischer Kikker, sehr alte Sorte © Marius Wittur

Geschmacklos lebt sich’s schlechter

Geschmack ist wohl das am meisten missbrauchte Wort. Jeder verwendet’s: Das ist mein Geschmack! Und so wird’s zum Totschlag-Argument. Weil jeder etwas schmecken kann, meint jeder, Geschmack zu haben. Auch wenn’s gar nicht um’s Schmecken geht. Denn das Wort lässt sich trefflich überall einsetzen: beim Verhalten, beim sich Kleiden, beim Beurteilen beispielsweise.

Der schlechte Geschmack ist alltäglich. Guter Geschmack hingegen verlangt Bildung. Und nicht zu knapp. Dem Verhungernden scheint jeder Bissen, dem Verdurstenden jedes Getränk köstlich. Doch von den bei uns 99,9 Prozent Satten und Nichtdürstenden fröhnen die allermeisten dem schlechten Geschmack – und das nicht nur beim Essen und Trinken. Auch beim sich Kleiden, sich Benehmen, sich Ausdrücken.

Beim Schmecken sind Kenntnisse erforderlich und feine Geschmackssinne. Mit anderen Worten: Es ist eine intellektuelle und eine sinnliche Disziplin. Auch beim Verhalten sind Kenntnisse erforderlich, beispielsweise was höflich ist und was nicht, aber auch ein Sinn fürs Angemessene – und das ist kulturbedingt und erfordert entsprechende Bildung. Der Sinn fürs Angemessene ist auch beim sich Kleiden nötig, aber auch der Sinn für Selbstkritik – und dieser ist Ergebnis von Erziehung. Das Beurteilen verlangt mehrere Sinne, je nachdem, um was es sich handelt: Den Sehsinn fürs Sichtbare, den Hörsinn fürs Hörbare, den Tastsinn fürs Fühlbare, den Geruchsinn fürs Riechbare, und den Geschmacksinn fürs Schmeckbare. Doch das genügt noch nicht: Entscheidend ist dabei die kulturelle Reife, also erworbenes Wissen und erworbene Erfahrung.

Wenn ich mich umblicke, scheint mir in Deutschland heutzutage die Kultur des Geschmacklosen und Billigen weit verbreitet: Junge wie reife Frauen lieben offensichtlich Clochard-Outfits, ebenso das Verschandeln ihrer Haut mit Tatoos, was offenbar auch viele Männer fasziniert und nicht wenige sich in ein gestochenes Gemälde verwandeln; banales Fast- und Quickfood ist vielfach der Küchenmeister und selbst angeblich Kultivierte lieben die Diskounter, weil man dem Billigen frönt. Dass auch noch das Vulgäre in der Sprache zu Wort kommt, ist dann nur logisch, da selbst das Fernsehen sich bemüht, authentisch zu sein.

Geschmack, guten Geschmack haben im umfassenden Sinne ist ein Bildungsprozess und muss erlernt werden. Doch es sieht so aus, als ob im Erziehungsprozess in Deutschland dieses Thema ein Schattendasein führt.

Foto: Tomatensuppenpulver © Hans-Werner Bunz